FIDES

Als wissenschaftlicher Leiter bzw. Schriftführerin von FIDES e.V. freuen wir uns über Ihr Interesse! (Foto: Dr. Christian und Ulrike Marettek)

Aktuelles (17.01.2020)

Nach der Bearbeitung der Grundsatzfragen in den vergangenen 5 Jahren konzentriert sich derzeit unsere Arbeit auf folgende zwei Projekte (= Fortsetzung von zwei größeren Projekten aus den Jahren 2011-2016 von Dr. Marettek):

  • Wie kann in einer Region wie dem Saarland ein optimaler Transfer von Anwendungsorientierter Hochschulforschung auf die benachbarten Betriebe gelingen? (Projekt 0434 „Was forscht das Saarland?“) Welche Möglichkeiten haben Politik und Verwaltungen konzertiert vorzugehen?
  • Wie sollte eine öffentliche Hochschulverwaltung durch integrierte IT-Systeme unterstützt werden, um effektive und effiziente Dienstleistungen für Forschung und Lehre zu erbringen? (Projekt 0431 „Optimales Hochschulrechnungswesen“).

Rückblick 2019

Das zweite FIDES-Buch ist fertig und ist als E-Book sowie als Print-on-demand bei Amazon jetzt verfügbar!

Christian Marettek 2019, Was braucht Deutschland? Wie soll es mit Europa weitergehen?

Das Buch erläutert zunächst, durch welche Verhaltensmuster die Groko-Parteien 2017/2018 Vertrauen verspielt haben, welche Ursachen leicht abgestellt werden könnten, welcher sachpolitischer Reformstau existiert und wie damit demokratiekonform umgegangen werden könnte.

Am Beispiel der drängenden europapolitischen Fragen wird gezeigt, wie eine integrierende Strategie aufgebaut werden kann (politisch, administrativ und kommunikativ), die den sachpolitischen Reformstau beseitigt. Im Wege einer maßvollen demokratischen Erneuerung kann Vertrauen der Bürger zurückgewonnen und das Werk der europäischen Einigung gesichert werden.

Europa benötigt derzeit vor allem realistische Umsetzungsstrategien, damit

  • die Euro-Währungsunion so verändert wird, dass die verfassungsrechtlichen Probleme demokratiekonform gelöst werden, ohne dass es zu untragbaren Transferzahlungen kommt und auch mögliche Ausstiegsszenarien erarbeitet werden
  • die EU-Agrarpolitik (umfasst den überwiegenden Teil des EU-Haushalts) so reformiert wird, dass mit weniger Bürokratieaufwand und einer spürbar umweltgerechteren Umsetzung die Bauern weiterhin wirksam unterstützt werden und
  • insgesamt aus Sicht der Bürger das Gesamtsystem im Hinblick auf Bürgernähe und offenkundige demokratiebezogene Defizite spürbar reformiert werden sollte und FIDES den Ansatz der deliberativen Demokratieforschung unterstützt (repräsentativ ausgewählte Bürgerräte können unter Zuhilfenahme aller Fachkenntnisse durchaus in die Lage versetzt werden, gute und weiterführende Vorschläge zu machen, wobei die Integration in die Verfassungswirklichkeit noch völlig offen ist).

Die politische Diskussion in unserem Land 2019 hat die Stoßrichtung unserer Zwischenergebnisse in erstaunlich vielen Punkten bestätigt, hier sei nur auf das bundesweit beachtete Leipziger Experiment eines solchen Bürgerrats verwiesen; über die dortigen Vorschläge war sogar der Präsident des Bundestages beeindruckt.

Die bisherige Forschung von FIDES e.V. seit 2015 hat übrigens zusammenfassend und übergreifend ergeben, dass auf allen Ebenen der Gesellschaft mit einer verbesserten Führungskultur – z.B. einem ehrlichen Dialog zwischen Spitzenpolitikern und den interessierten Bürgern –  schon viel erreicht werden könnte. Dazu braucht die Verfassung nicht geändert werden!

Die interessierten Bürger entwickeln durchaus ein gewisses Vertrauen zu den repräsentativ gewählten Spitzenpolitikern – ein empirisch feststellbares Phänomen, dass bislang den Meinungsforschungsinstituten und der Presse überlassen wurde – aber kaum wissenschaftlich betrachtet wurde.

Nach unseren bisherigen Forschungsergebnissen gibt es im Grunde kaum wesentliche Unterschiede z.B. zwischen

  • dem Beziehungsphänomen „Spitzenpolitiker im Verhältnis zum interessierten Bürger“
  • dem Beziehungsphänomen „Vorstand eines gewerblichen Konzerns (z.B. VW) im Verhältnis zum engagierten Facharbeiter“.

In beiden Fällen lassen sich durch empirische Befragungen Vertrauensverluste feststellen und umgekehrt auch Strategien zur Vertrauensgewinnung entwickeln.

Vereinfachend zusammengefasst: während die Konzerne regelmäßig viel Geld ausgeben, um die Unternehmenskultur in Richtung auf Zusammenhalt der Belegschaft, Compliance oder Innovation weiterzuentwickeln, gibt es in Deutschland viel zu wenig entsprechende Forschung zur Weiterentwicklung der Demokratie. Also unser vorläufiges Fazit:

die Führungsarbeit der Bundes-/ Landesregierungen und der EU-Kommission sollte viel sorgfältiger bürger- und sachorientiert ausgerichtet werden! Ebenso wie die Führungskultur in den großen öffentlichen Einrichtungen wie Hochschulen und Ministerien.


Christian Marettek 2017, Wege zu gelingender Führung

Von links die 4 Autoren Manuel Hipfel, Christian Marettek, Ulrike Marettek und Dietrich Bickelmann.

Eine Kurzzusammenfassung der Ergebnisse aus gesellschaftlicher Sicht finden Sie hier.

Über dieses Buch gab es ein Interview beim SR2-Kulturradio in der Sendung „Fragen an den Autor“. Die Aufnahme gibt es hier.

Das Buch kann hier bestellt werden: Buchveröffentlichung.