Verschiedene FIDES-Mitglieder engagieren sich für die Integration von Migranten und sozial schwachen Personen (soziale Brennpunkte). In diesem Zusammenhang ist es immer deutlicher geworden, dass die kulturellen Unterschiede insbesondere durch die weitgehend andere Bedeutung von Religion und Bildungsstand geprägt und dass die Generation der älteren Migranten, die in Deutschland weder Schule noch Ausbildung erhalten haben, häufig nicht die deutsche Sprache erlernt haben, wie es für eine echte Integration nötig wäre. Diese Defizite lassen sich insbesondere bei den weiblichen Zuwanderern, sofern das traditionelle Familienbild (wo primär der Mann arbeitet) greift, leider auch nach vielen Jahren in Deutschland feststellen.
Die Gefahr ist groß, dass trotz der 2016 aufgenommenen Integrationsarbeit durch ganz viele ehrenamtliche Bürger die Zuwanderer doch alleine bleiben (ohne positiv erlebte Beziehungen mit Deutschen), an der Sprachgrenze scheitern und/ oder sich als Bürger zweiter Klasse fühlen und/oder an isolierten Subkulturen bzw. Ghettos orientieren.
Aber auch immer mehr Deutsche staunen umgekehrt über die Frömmigkeit der Zuwanderer, ein Teil reagiert mit Angst und Unverständnis, teilweise mit Abgrenzung.
Erschwerend kommt hinzu, dass die jahrelangen Selbstmordattentate von Islamisten eine weitgehende Atmosphäre der Angst vor unbekannten und bisweilen gewaltbereiteten Moslems verursacht haben. Demgegenüber hat das seit 2021 laufende Vorprojekt zum interreligiösen Dialog von engagierten Christen und engagierten Moslems in Südwest-Deutschland (bewusst keine hauptberufliche Theologen) die Erfahrungen erbracht, dass es sehr wohl möglich wie bereichernd ist, wenn man in geschütztem Umfeld ehrliche Dialoge startet, theologische Unterschiede bewusst zurück stellt und auf diese Art sogar echte Freundschaften in gegenseitigem Respekt geschlossen werden können.
Ziel unseres, weiterhin laufenden Vorprojekts ist es auszuloten, welche Möglichkeiten einer demokratiebezogenen Zusammenarbeit von engagierten Gläubigen der drei abrahamitischen Religionen in Deutschland existieren. Die Projektdokumentation erfolgt in Auszügen unter interreligiöser Dialog.
Ausgehend hiervon hat sich die Projektgruppe aus Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichen Glaubens grundsätzlich gefragt, was die abrahamitischen Religionen im 21. Jahrhundert den realen Familien in Deutschland noch zu sagen hat. Zunächst wurden zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie diskutiert und dabei insbesondere die nicht unkritische Phase der 16-18 Jährigen betrachtet.
Zwischenergebnis ist eine Fallstudie zur interkulturellen Familienarbeit.
